#durchgeblättert (3): Conker’s Bad Fur Day (N64)

Eigentlich schien Rare es sicher spielen zu wollen. Gegenüber Nintendo hatte das britische Entwickler-Studio rausgehandelt, erstmals ein Spiel unter dem eigenen Label zu veröffentlichen. Dafür entwickelte Rare Conker, das Nintendo-typisch familienfreundliche Eichhörnchen. Zusammen mit Freundin Berri tollte er über Blumenwiesen. Soweit der Plan von 1997. Das real-existierende N64-Spiel von 2001 sah anders aus. Conker nahm sturzbetrunken den falschen Weg heim, ballerte mit schwerem Geschütz und fluchte ungeniert.

Kaum ein anderes Spiel hat einen solch dramatischen Wandel während seiner Entwicklungszeit durchgemacht wie Conker‘s Bad Fur Day, einem der heute teuersten N64-Spiele überhaupt. Was zur Hölle ist also in diesen vier Jahren passiert? In diesem Artikel der Serie #durchgeblättert schauen wir auf genau diesen Zeitraum. Dabei geht es primär um folgende Fragen:

  • Wie nahm die Fachpresse das Spiel im Verlauf der Zeit wahr und wie sah es ursprünglich aus?
  • Wann und warum kam es zu dem radikalen Bruch hin zu Bad Fur Day?
  • Hat sich der Aufwand ausgezahlt?

Blättern wir für Antworten wieder ein wenig in alten Spielezeitschriften und starten im Jahr 1997.

Bisher erschienen in der Reihe #durchgeblättert:

1997: Am Anfang war der knuddelige Conker

Die Geschichte und Odyssee von Conker’s Bad Fur Day beginnt mit der Vorstellung des Spiels auf der E3 1997. Zu diesem Zeitpunkt war an das Bad Fur Day noch keineswegs zu denken: Conker’s Quest nannte sich der Arbeitstitel. Knuffig sah der Gute aus und war der tugendhafte Held. Hätte auch von Disney sein können. „Rare [bleibt] der Nintendo-Linie treu, umso niedlicher, umso besser und spricht damit in erster Linie die sehr junge N64-Zielgruppe an.“ (Video Games 08/97) In seinem ersten selbst gepublishten Spiel schien Rare also kein Risiko eingehen zu wollen.

Ach, das sind zwei Spiele?! Das Problem der großen Ähnlichkeit von Conker zu Banjo

Dadurch mochte Conker’s Quest einerseits perfekt zur Zielgruppe passen. Andererseits war die ökologische Nische, in der das N64-Spiel zu überleben gedachte, gut gefüllt. Einen herausragenden 3D-Plattformer gab es bereits mit Super Mario 64. Darüber hinaus bastelten zeitgleich Entwickler von Rare an Banjo-Kazooie, einer Auftragsarbeit von Nintendo. Gleiches Genre. Gleicher Knuddel-Faktor. Gleicher Release-Zeitpunkt.

War die Ähnlichkeit zwischen den Spielen nicht doch viel zu groß?

Denn selbst Teilen der Fachpresse und des Fachpublikums standen zunächst die Fragezeichen über den Köpfen. “Conker’s Quest und Banjo-Kazooie [sahen] auf den ersten Blick zum Verwechseln ähnlich und viele Besucher [vermuteten] nur ein Spiel dahinter.” Keineswegs die Wahrnehmung eines einzelnen Magazins. So schreibt die N-Zone im E3-Bericht 1997: „Es soll tatsächlich Menschen gegeben haben, denen Conker‘s Quest (…) kein Begriff war, allerdings nur, weil sie dachten, dass es sich bei dem gezeigten Rare-Spiel ebenfalls um Banjo-Kazooie handeln würde.“

N-Zone (08/97)

Eine ausgesprochen ungünstige Konstellation, wenn man gerne viele Spiele verkauft. Rare hatte ein hausgemachtes Problem. Doch die augenscheinliche Verwandtschaft der zwei Spiele stellte nur eine Facette dar.

Conker, der Bruder von Banjo

Neben der großen Ähnlichkeit zu Banjo litt Conker an etwas, dass ich hiermit auf den Namen „Bruder von“-Problematik taufe. Zwar nahm die Spielpresse Conker durchaus positiv auf und wahr, aber nie ohne eine Parallele zu dem als überlegen wahrgenommenen Banjo zu ziehen.

Ich nehme mal ein Beispiel fernab der Videospiele, um das zu illustrieren. Schauen wir dazu auf die ersten zwei (!) Sätze des Wikipedia-Artikels von Heinrich Mann, einem bekannten deutschen Schriftsteller: „Heinrich Mann war ein deutscher Schriftsteller aus der Familie Mann. Er war der ältere Bruder von Thomas Mann, dessen Popularität seit den 1920er Jahren weiter zunahm und Heinrichs frühere Erfolge noch heute überstrahlt.“

Autsch. Armer Heinrich. Die Problematik besteht aus zwei Aspekten:

  1. Mag Heinrich in seinem Schaffen auch erfolgreich gewesen sein, so ist er doch in erster Linie der Bruder von Thomas Mann, dem Nobelpreisträger, in dessen Schatten er steht.
  2. Die Nennung ist eine Einbahnstraße. Thomas Mann, der Nobelpreisträger und einer der bedeutendsten Erzähler seines Jahrhunderts, muss nicht über Heinrich eingeordnet und verglichen werden. Entsprechend ist ein ähnlich prominent platzierter Verweis von Thomas auf Heinrich nicht nötig und kommt nur am Rande vor. Beide begegnen sich in der Wahrnehmung nicht auf Augenhöhe.

Conker war der Bruder von Banjo. „Conker‘s Quest machte zwar einen sehr guten Eindruck, konnte aber dem Killer-Titel Banjo-Kazooie nicht ganz das Wasser reichen.“ Sehr gut, aber eben kein Banjo-Kazooie, dem absoluten Messe-Highlight.

Wer bei Conker und Banjo die Rolle von Heinrich bzw. Thomas einnahm, ist offensichtlich. Zur Abwechslung spare ich mir mal ein paar Worte und zeige stattdessen unten die Cover der Total! und der Mega Fun zu ihren E3-Ausgaben 1997. Banjo stand eben für sich allein, ohne dass in seiner Berichterstattung augenblicklich auf Conker verwiesen und er so eingeordnet werden musste. Es spiegelt auch die Kräfteverhältnisse wider: Conker veröffentlichte Publisher-Novize Rare, Banjo-Kazooie vermarktete Branchen-Riese Nintendo.

Banjo Kazooie Rare 1997
Total! und Mega Fun

Sehr ähnlich zu Banjo-Kazooie und das unterlegene Geschwisterkind in der Bruder von -Problematik: Wie durch ein Brennglas lässt sich das Doppel-Problem für Conker in der Berichterstattung der Total! erkennen. Nach zwei Seiten über Banjo folgt eine einzelne Seite über Conker‘s Quest, die da einleitet: „Denn das kommende N64-Spiel Conker‘s Quest gleicht Banjo-Kazooie, als hätte eine Zwillingsgeburt stattgefunden. Nicht wenige hielten die beiden Titel auf den ersten Blick für ein und dasselbe Spiel.“ Der zweimal so lange Artikel über das Bären-Vogel-Duo verzichtet auf diesen Hinweis.

Wie konnte das passieren?!

Mit Conker‘s Quest sollte Rare zum ersten Mal selbst nicht nur die Rolle des Entwicklers einnehmen, sondern auch als Publisher dienen. In jedem Fall untergrub Rare mit der hohen Ähnlichkeit zu Banjo-Kazooie selbst seine Erfolgschancen. Wer würde denn zwei sehr ähnliche Spiel kaufen, gerade vor dem Hintergrund der hohen Preise für N64-Spiele und dem jungen Zielpublikum?

Warum entwickelten Rares Entwicklungsteams überhaupt so ähnliche N64-Spiele? Die Video Games spekulierte, dass es an der großen Geheimhaltung innerhalb des Unternehmens läge. Beide Teams würden vollständig isoliert arbeiten. Ob es niemanden gegeben hat, der die Teams beaufsichtigte oder an den ab und an über den Status Quo berichtet werden musste? Schwer vorstellbar. Rare stellte sich im Falle seines ersten selbst zu veröffentlichenden Spiels unnötig ein Bein.

Eigentlich sollte Conker’s Quest zu Weihnachten 1997 erscheinen. Doch das nächste Kapitel führt uns zum gleichen Ort, im Jahr darauf.

1998: Aus Conker’s Quest wird Twelve Tales: Conker 64

Wie reagierte Rare auf die Kritik? Indem es Conker so süß aussehen ließ, dass „das Spiel nicht ohne beiliegende Insulinspritze ausgeliefert werden (sollte), da man sonst den Zuckerschock kaum überleben kann.“ (Fun Generation 08/98) Mitnichten reagierte Rare also bereits auf das erste Feedback mit dem Wandel hin zu Conker’s Bad Fur Day. Noch immer gab es das Konzept des familien-freundlichen Platformers. Die nächste Etappe hieß “Twelve Tales: Conker 64”.

Twelve Tales Conker 64 Bericht zur E3 1998 in der Fun Generation
Fun Generation (08/98)

Schauen wir uns die Berichterstattung an, erinnert das Spiel an Conker’s Quest, nur eben geschliffener und fertiger. Conker wirkt „wie eine überzeichnete Karikatur aus der Knuddelspielbranche.“

„Technisch überragend“ und „drastisch verbessert “ gegenüber dem Vorjahr sieht die Maniac! Twelve Tales: „Auf einem Level mit Banjo-Kazooie“. So gut Spiele-Magazine es auch bewerten, bewältigen konnte Conker die Bruder von-Problematik nicht. Es gab keine hinreichende Abgrenzung zu Konkurrenten auf dem Markt.

Maniac! (08/98)

Des Weiteren erfuhren die Leser/innen, dass Conker 64 im letzten Quartal des Jahres 1998 haben sein würde.

Einmal mehr mussten sich N64-Besitzer jedoch gedulden. Aus einer Veröffentlichung zu Weihnachten 1998 wurde nichts. In der letzten Ausgabe des Jahres kündigte das Club Nintendo-Magazin Conkers Abenteuer auf dem N64 für 1999 an – das Jahr des Eichhörnchens! Denn zusätzlich stand Conker vor seinem Debüt auf dem Game Boy Color. Tatsächlich erschien 1999 in Conker’s Pocket Tales der Titel für den Handheld, das Conker noch als den kindgerechten Helden zeigt – Rares erstes selbstveröffentlichtes Spiel.

Twelve Tales Conker 64 Quest GameBoy Conker‘s Pocket Tales
Club Nintendo (06/98)

1999: Ein Eichhörnchen auf Tauchstation

Doch vom Jahr des Eichhörnchens konnte keine Rede mehr sein. Um Twelve Tales: Conker 64 wurde es nämlich ruhig. Und was nicht in Vergessenheit hätte geraten dürfen, ging verloren. Geschichte wurde Legende, Legende wurde Mythos.

1999 lassen sich nur noch spärliche Spuren des Nagers ausmachen. So erwähnte ihn die Total! (03/99) kurz zur Nürnberger Spielwarenmesse. Doch auch nur, weil das fast fertiggestellte Spiel durch Abwesenheit glänzte.

1999 03 Total Spielwarenmesse Nürnberg Twelve Tales Conker 64
Total! (03/99)

Im Sommer änderte das amerikanische Nintendo Power laut einem zeitgenössischen Webseiten-Artikel von IGN den anstehenden Release-Termin für Oktober kurzerhand in “Future“.

Im Oktober 1999 lässt sich ein weiterer Eintrag zu Conker 64 auf IGN finden. Rare teilte mit, dass man nach wie vor mit dem gesamten Team und der gleichen Energie am Titel arbeite. Ein Satz der kurzen Mitteilung lässt aufhorchen: „The game, which debuted two years ago to Electronics Entertainment Expo attendees, has undergone a complete redesign since it was last shown.“

Mit dem Wissen, was da folgen würde, können wir heute davon ausgehen, dass intern die Neuorientierung bereits beschlossen und sattelfest war. Also irgendwann zwischen der E3 Ende Mai 1998 und Oktober 1999.

Für zeitgenössiche Nintendo-Fans lasen sich die Andeutungen noch kryptisch.

2000: Conker‘s Bad Fur Day ist da!

Von der ersten Ankündigung von CBFD…

Endlich offizielle Neuigkeiten zum Spiel, hieß es zum Jahresbeginn 2000. Doch nur eins war zunächst wirklich klar: Das Heimkonsolen-Debüt des Eichhörnchens trug fortan den Namen Conker‘s Bad Fur Day. Noch einmal müssen wir für den Januar 2000 auf IGN zurückgreifen: Sources have told IGN64 that the title has undergone a massive makeover and is, as one insider puts it, “a whole new game from Twelve Tales: Conker 64.“

Greifbar war der Wandel noch nicht. Halbwissen paarte sich mit Spekulationen. So liest sich dann auch ein rückblickend nahezu hilfloser Kurz-Artikel in der N-Zone (03/2000).

Conker‘s Bad Fur Day nach dem Redesign in der N-Zone altes Videospielmagazin
N-Zone (03/00)

Gerüchte machten sich um das Spiel breit, wie auch dieser Leserbrief in der big.N demonstriert. (04/00).

Conker‘s Bad Fur Day Leserbrief N-Zone 2000
N-Zone (04/00)

…zum großen Durchbruch auf der E3 2000

Zum dritten Mal zeigte Rare auf einer E3 sein Werk. Erst als Conker‘s Quest (1997), dann als Twelve Tales: Conker 64 (1998) und schließlich unter dem Namen Conker‘s Bad Fur Day (2000). Die Bilder sprachen für sich: „Was lange Zeit wie ein erneutes Kiddie-Jump‘n‘Run im Plüsch-Stil á la Banjo Kazooie oder Donkey Kong Country (sic!) 64 angekündigt war, hat mittlerweile eine 180-Grad-Wendung vollzogen.“

Video Games (07/00)

Conker trank nun, setzte Waffen ein und spielte auf popkulturelle Phänomene an. „Wow – das hätte man bis vor kurzem vom Gespann Rare/Nintendo nicht für möglich gehalten.“ Mit dem völlig neuen Ansatz nebst neuer Zielgruppe schaffte es Rare, Conker als eigenständiges Werk abseits von Banjo zu etablieren und sich der Bruder von-Problematik mit einem Schlag zu entledigen.

Ein kleines Detail auf der E3 spiegelte die neue Marschroute wider. Im Zelt zu Conker reichte Rare Bier, passend zum trinkfreudigen Protagonisten.

Skeptisch zeigten sich einige Magazine noch hinsichtlich eines Releases in Deutschland. Nicht ganz unberechtigt, schließlich erschienen hierzulande doch weder die Rare-Hits GoldenEye (wegen Indizierung) noch Perfect Dark (aus Angst vor Indizierung).

Total! (06/00)

Des Weiteren fällt auf, dass bereits zeitgenössische Magazine die ungewöhnliche Geschichte Conkers in der Euphorie verkürzt darstellten. So schreibt die Maniac! (07/00): „Als vor knapp drei Jahren Conker 64 angekündigt wurde, war die Enttäuschung groß. ‚Viel zu niedlich‘, ‚Nicht schon wieder ein Knuddel-Jump‘n‘Run‘ oder ‚Banjo-Kazooie mit einem Eichhörnchen‘ – so lauteten damals die Kommentare von Journalisten und Zockern in aller Welt. Nach dieser Schmach verschwand „Conker“ erstmal in seinem Baumhaus, um ein paar Bier runterzukippen und die missglückte Präsentation zu vergessen.“ Wer diesen Blog-Artikel bis hierhin gelesen hat, weiß, dass Conkers Präsentation auf der ersten E3 1997 weder zu flächendeckender Enttäuschung geführt hat noch die Reaktion Rares darauf Bad Fur Day war. Lediglich Conkers Ähnlichkeit zu Banjo war Anlass für Kritik bzw. Verwunderung.

Nach der Generalüberholung war das Eichhörnchen nun weniger wie der Bär, seine Parallelen zum BER blieben aber. Erneut musste der Starttermin verschoben werden. Der anvisierte Termin musste kurzfristig um wenige Monate nach hinten verschoben werden, von Dezember 2000 auf das Frühjahr 2001.

2001: Herausragende Kritiken für Conker‘s Bad Fur Day zum Verkaufsstart

Knapp vier Jahre liegen zwischen den oben gesehenen ersten Artikeln zu Conker‘s Quest und den Tests zum fertigen Conker‘s Bad Fur Day. Immerhin fuhr das langersehnte N64-Spiel ausgezeichnete Kritiken ein.

  • big.N: 96% – Brutal genial! Wir hoffen auf eine Fortsetzung.
  • Maniac!: 94% – Das N64-Spiel des Jahres! Innovatives Leveldesign, ausgefeilte Situationskomik und perfekte Spielbarkeit. Absoluter Pflichtkauf!
  • N-Zone: 89% – Genial gewalttätiges Gag-Feuerwerk mit Geschmacklosigkeits-Garantie. Nichts für Zartbesaitete.

„Alles perfekt verflochten zu einem einmaligen Erlebnis“ urteilte die Maniac! weiterhin. Verweise zu Banjo-Kazooie lassen sich in den Rezensionen nicht mehr finden. Ziel erreicht!

Total! (04/01)

Hat sich die lange Entwicklungsgeschichte von Conker‘s Bad Fur Day gelohnt?

Conker durchlief in seiner mehr als vier Jahre langen Entwicklungszeit eine Wandlung wie kein zweites Spiel. Am Ende stand ein einzigartiger wie unerwarteter Platformer, der hohe Wertungen einfahren konnte. Also doch noch ein Happy End?

Nur teilweise. So bemerkenswert Conker‘s Bad Fur Day ist, muss es trotzdem eingeordnet werden.

Einerseits schuf Rare ein so nie gesehenes N64-Spiel, anderseits war das nur notwendig, weil intern irgend etwas gehörig schief lief. Mit spitzer Feder geschrieben: Aus der Vogelperspektive betrachtet ist Conkers Geschichte eine Geschichte des Scheiterns. Ursprünglich sollte das N64-Spiel Rares prestigeträchtige erste selbstveröffentlichte Produktion werden. Erscheinungsjahr: 1997. Zum wichtigen zweiten Weihnachtsgeschäft des N64, als Nintendos Konsole dringend Spiele-Nachschub benötigte, um Boden auf Sonys Playstation gutzumachen. Letztlich erschien Conker‘s Bad Fur Day im strategisch bedeutungslosen Frühjahr 2001, als das N64 längst von der PS1 auf die Bretter geschickt war, ja sogar schon die PS2 erhältlich war. Den Wandel erkaufte sich Rare teuer mit viel Zeit.

Mit dem späten Veröffentlichungszeitraum in der N64-Ära gingen verglichen mit Banjo und anderen Rare-Titeln niedrige Verkaufszahlen einher. Insgesamt belegt CBFD nach Verkaufszahlen lediglich Platz 64 unter den N64-Spielen (ca. 750.000 verkaufte Kopien). Wahrlich kein Flop, der ehemalige Bruder Banjo-Kazooie grüßt jedoch von Platz 10 mit mehr als drei Millionen verkaufter Spiele weltweit (Quelle: vgchartz.com).

Vielleicht sah man bei Rare Conker zum Teil auch als Zukunftsinvestition: eine neue Marke mit Wiedererkennungswert schaffen. Nach der Übernahme durch Microsoft im Jahr darauf brachte man aber keinen zweiten Teil mehr. Das Potenzial versickert(e).

Schlussendlich hat die selbstverschuldete Ähnlichkeit zu Banjo-Kazooie und die Bruder von-Problematik Rare dazu verleitet, den radikalen Bruch einzuleiten. Nur vor diesem Hintergrund lässt sich die erstaunliche Entwicklungsgeschichte des Spiels verstehen. Am Ende stand ein einzigartiges Top-Spiel. Wirtschaftlich betrachtet hatte CBFD für Rare Luft nach oben gelassen. Spekulativ, aber gemessen am Erfolg anderer Rare-Spiele für das N64 realistisch, hätte sich finanziell ein 1998 erschienenes Twelve Tales vielleicht mehr gelohnt.

2 Gedanken zu „#durchgeblättert (3): Conker’s Bad Fur Day (N64)

  • 25. Oktober 2020 um 20:39
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    Sehr schöner Artikel, der die vertrackte Geschichte von CBFD packend nachzeichnet 🙂

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    • 25. Oktober 2020 um 23:26
      Permalink

      Danke dir für den Kommentar! Freut mich, dass dir der Artikel gefallen hat. 🙂

      Antwort

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